| Bei "reinen" Kontrolluntersuchungen entfallen 10,- Praxisgebühr |
Solange keine "Behandlung" stattfindet, fällt keine Praxisgebühr an.
2 mal jährlich zum Routinecheck für optimale Vorsorge, so können Störungen/Erkrankungen des Kausystems frühzeitig erkannt werden |
ParodontologieKorrektur des ZahnfleischverlaufesZiele einer Verlängerung der klinischen KroneAbdeckung freiliegender WurzeloberflächenUrsachen der parodontalen RezessionenBehandlungsbedarf und BehandlungsmöglichkeitenKorrektur des ZahnfleischverlaufesDie Notwendigkeit zur Korrektur des Zahnfleischverlaufes kann sich aus vielen Gründen ergeben. Grundsätzlich können entweder die freiliegenden Wurzeloberflächen abgedeckt werden (additive oder aufbauende Verfahren), oder aber abtragende (resektive) Verfahren zum Einsatz kommen.Ziele einer Verlängerung der klinischen KroneDie Verlängerung der klinischen Krone kann die alleinige Korrektur des Zahnfleisches betreffen (Gingivoplastik/Gingivektomie) oder aber die Korrektur des Verlaufs des zahntragenden Alveolarknochens (Osteoplastik/Ostektomie) mit einbeziehen.Letzteres wird als „chirurgische Kronenverlängerung“ bezeichnet. Diese Technik wird immer dann eingesetzt, wenn ein Zahn für die Aufnahme einer Krone zu kurz ist oder die Karies an dem betroffenen Zahn unter dem Zahnfleischniveau liegt und damit das Legen einer Füllung unmöglich macht. Auch bei Zahnfrakturen unter dem Zahnfleischniveau, der Verletzung der biologischen Breite oder zur Erleichterung der Mundhygiene kann die chirurgische Kronenverlängerung indiziert sein. Es existieren auch zahlreiche kosmetische Indikationen für die Korrektur des Zahnfleischverlaufes. Dazu zählen:
Die chirurgische Kronenverlängerung stellt einen minimalinvasiven Eingriff dar, bei dem der Zahnfleischverlauf korrigiert und harmonisiert wird. Abdeckung freiliegender WurzeloberflächenUrsachen der parodontalen RezessionenAls parodontale Rezession bezeichnet man den Rückgang des Zahnfleisches mit Freilegung der Wurzeloberfläche.Die freiliegenden Zahnhälse werden von den betroffenen Patienten heutzutage immer mehr als ästhetische Beeinträchtigung empfunden. Häufig wünschen die Patienten, die optisch störenden langen Zähne ästhetisch korrigieren zu lassen. Bei der Entstehung einer Rezession spielen viele Faktoren eine Rolle. Zu den wichtigsten prädisponierenden Faktoren gehört ein dünner Zahnfleischtyp, der erblich bedingt ist. Dieser Biotyp ist durch eine besonders dünne Zahnfleischschicht gekennzeichnet. Auch der darunter liegende Knochen weist über den Zahnwurzeln kleinere Defekte auf oder er fehlt sogar in ausgedehntem Maße. Schon bei kleineren Verletzungen der Schleimhaut, die bereits durch eine falsche, traumatisierende Putztechnik entstehen können, entwickeln sich bei solchen Patienten die Rezessionen. Auch die Zahnfehlstellungen, schlecht passende zahnärztliche Restaurationen oder kieferorthopädische Behandlung mit übermäßiger fazialer (nach vorn gerichteter) Bewegung der Zähne können parodontale Rezessionen hervorrufen. Ferner entstehen die Rezessionen im Rahmen der Parodontitis, da bedingt durch den Knochenabbau auch das Zahnfleisch sich zurückzieht und die Wurzeloberflächen entblößt wird. Durch die Rezessionen entsteht ein unharmonischer Zahnfleischverlauf, der sehr häufig mit einer Überempfindlichkeit der Wurzeloberflächen verbunden ist. Darüber hinaus werden die freiliegenden Wurzelbereiche, die nicht so hart wie der Zahnschmelz selbst sind, durch tägliche Zahnpflege regelrecht weggeputzt (= Putzdefekte = keilförmige Defekte). Letztendlich gehört auch die Wurzelkaries zu den möglichen Komplikationen an den freiliegenden Wurzeloberflächen. Behandlungsbedarf und BehandlungsmöglichkeitenSowohl der Behandlungsbedarf als auch die Prognose einer Rezessionsdeckung müssen individuell besprochen werden. Der Behandlungsbedarf erklärt sich zum einem aus der medizinischen Notwendigkeit und zum anderen aufgrund ästhetischer Wünsche des Patienten, die optisch störenden langen Zähne zu korrigieren.Die medizinische Indikation für eine Rezessionsdeckung ist oft eine Überempfindlichkeit der freiliegenden Zahnhälse oder der zunehmende Rückgang des Zahnfleisches, der letztendlich die Mundhygiene beeinträchtigt und damit Entzündungen fördert. In Betracht kommt auch die Kariesprophylaxe der anfälligen Wurzeloberflächen. Bei einer ästhetischen Indikation lassen sich die überextendierte Kronen und die unregelmäßigen Längen der Zähne vermeiden (siehe Beispiel). Kleinere Rezessionen bei Patienten mit einer guten und atraumatischen Mundhygiene ohne Beschwerden und ohne erhöhte Kariesanfälligkeit müssen aus medizinischer Sicht nicht zwangsweise behandelt werden. Die Rezessionsbehandlung erfolg auf zwei unterschiedliche Arten: chirurgisch und/oder nicht chirurgisch. Die nicht chirurgische Behandlung hat zum Ziel, die Folgen der Rezessionen zu beseitigen oder zu mindern. Dazu gehört die Umgewöhnung der Zahnputztechnik zugunsten einer atraumatischen nicht abrasiven Putztechnik mit einer weichen Zahnbürste. Die nicht chirurgische Behandlung beinhaltet auch die Reduktion der Überempfindlichkeit der Wurzeloberflächen durch Auftragen von Schutzlacken (desensibilisierende Medikamente) oder bei größeren Putzdefekten die füllungstherapeutische Behandlung. Dabei werden in der Regel die Putzdefekte unter Verwendung von „Dentinkleber“ durch zahnfarbene Komposite-Materialien aufgefüllt. Die Rezession selbst wird bei der nicht chirurgischen Behandlung nicht beseitigt. Die chirurgische Behandlung verfolgt als Ziel der Abdeckung der freiliegenden Wurzeloberflächen. Die Prognose für eine solche Abdeckung hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. So gibt es für den Rückgang des Zahnfleisches im Kontaktbereich zwischen zwei benachbarten Zähnen bislang keine voraussagbare Technik einer Abdeckung, während für den alleinigen Rückgang des Zahnfleisches im vorderen sichtbaren Bereich eines Zahnes (vestibuläre Rezession) die Prognose durchaus gut sein kann. Zahlreiche Methoden wurden in den letzten Jahren durch Variationen der Schnittführung und Lappenverlagerung in Kombination mit Transplantaten und Membranen entwickelt. Die am häufigsten verwendete Transplantate stellen die Bindegewebstransplantate und freie Schleimhauttransplantate dar, wobei letztere nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Durch Verschiebeplastiken, insbesondere den koronalen Verschiebelappen (Bernimoulin 1975), sind wir in der Lage, freiliegende Wurzelbereiche abzudecken. Diese kombinieren wir häufig mit Bindegewebstransplantaten, die sozusagen als Unterlage dienen. Dadurch erreichen wir nicht nur die Abdeckung der Wurzeloberfläche, sondern auch eine Verdickung der Gewebe, was wiederum die Widerstandsfähigkeit des Ergebnisses erhöht. Bei neueren Techniken, insbesondere der Tunneltechnik, können wir die Bindegewebstransplantate einbringen und gleichzeitig auf die Entlastungsschnitte komplett verzichten. Dieses Vorgehen verbessert die Blutversorgung des operierten Gebietes und damit die Wundheilung. Auch das kosmetische Ergebnis profitiert von der Technik aufgrund fehlender Narbenbildung. Wie bei der regenerativen Parodontitistherapie können bei der Rezessionsdeckung auch biologische Faktoren zum Einsatz kommen. Auch wenn ausreichende Langzeitergebnisse noch fehlen, scheinen die Verschiebeplastiken, insbesondere in Kombination mit Schmelzmatrixproteinen, die Ergebnisse der Rezessionsdeckung zu begünstigen. |